Die Afrikanische Blütenmantis (Pseudocreobotra wahlbergii)

Die Afrikanische Blütenmantis (Pseudocreobotra wahlbergii), im Englischen auch oft "Spiny Flower Mantis" genannt, gehört zweifellos zu den spektakulärsten und beliebtesten Gottesanbeterinnen in der Terraristik. Mit ihrem dornigen Hinterleib als Nymphe und dem charakteristischen "Auge" auf den Flügeln erwachsener Tiere ist sie ein echter Blickfang.

Sie gilt als mäßig anspruchsvoll: Wenn die Balance aus Wärme und Belüftung stimmt, ist sie ein dankbarer und extrem aktiver Pflegling.

 

 

Steckbrief

ParameterBereich / DetailsHerkunftÖstliches und südliches Afrika (Steppen- und Savannengebiete)GrößeWeibchen: ca. 4–5 cmLebenserwartungWeibchen: ca. 11–12 MonateAggressivitätHoch (strikte Einzelhaltung erforderlich)AktivitätTagaktiv, Lauerjäger

Das Terrarium: Einrichtung und Klima

Diese Art liebt es warm und benötigt eine sehr gute Belüftung, um Staunässe (die schnell tödlich enden kann) zu vermeiden. Ein Terrarium mit Doppelbelüftung (Stirnseite und Deckel aus Gaze) oder ein komplettes Gazeterrarium ist ideal.

1. Die Maße

Für ein einzelnes, ausgewachsenes Tier reicht ein Terrarium mit den Maßen 20 x 20 x 30 cm (Breite x Tiefe x Höhe). Größer geht natürlich immer, solange das Tier seine Nahrung noch findet.

2. Das Klima

Pseudocreobotra wahlbergii mag es tagsüber knackig warm, braucht aber eine moderate Luftfeuchtigkeit.

  • Temperatur tagsüber: 26–30 °C (am besten über einen kleinen Spotstrahler von oben realisieren).

  • Temperatur nachts: Zimmertemperatur (20–22 °C sind völlig ausreichend).

  • Luftfeuchtigkeit: Tagsüber ca. 50–60 %, nachts ansteigend auf 70–80 %.

Sprühtipp: Es reicht völlig aus, alle 2 Tage abends leicht zu sprühen. Die Mantis trinkt die Wassertropfen von den Ästen oder der Gaze. Bis zum nächsten Morgen sollte das Terrarium wieder abgetrocknet sein.

3. Die Einrichtung

    • Decke: Der wichtigste Bereich! Klebe ein Stück Fliegengitter oder echte Gaze unter die Terrariendecke. Mantiden hängen zum Häuten kopfüber und finden an glattem Glas oder Plastik keinen Halt, was zu tödlichen Stürzen führt.

    • Äste & Pflanzen: Verzweigte Äste, Korkstücke und künstliche oder echte Pflanzen (z. B. kleine Bromelien oder Fittonien). Da sie sich als Blüten tarnen, nehmen sie auch bunte Kunstblüten sehr gerne als Sitzplatz an.

    • Bodengrund: Eine Schicht Kokoshumus, Erde oder ein Sand-Erde-Gemisch fängt die Feuchtigkeit beim Sprühen auf.

Fütterung: Reine Fluginsekten-Jäger

Im Gegensatz zu manch anderen Mantiden, die auch geduldig am Boden nach Krabbeltieren suchen, ist die Afrikanische Blütenmantis fast ausschließlich auf Fluginsekten spezialisiert. Sie reagiert extrem stark auf schnelle Flugbewegungen.

  • L1 bis L3 (junge Nymphen): Kleine Fruchtfliegen (Drosophila melanogaster).

  • L4 bis L5: Große Fruchtfliegen (Drosophila hydei) und grüne Schmeißfliegen (Goldfliegen).

  • Adult: Goldfliegen, Schmeißfliegen, Wachsmotten und gelegentlich kleine Heuschrecken (nur von der Pinzette).

Achtung bei Heimchen/Grillen: Verfüttere keine Heimchen oder Grillen. Diese können Parasiten übertragen oder die Mantis während einer empfindlichen Häutungsphase selbst angreifen und verletzen.

Häutung und Wachstum

Um zu wachsen, wirft die Mantis regelmäßig ihre alte Haut ab. In den Stunden vor und nach der Häutung ist das Tier extrem verletzlich.

  1. Anzeichen: Die Mantis frisst 1–2 Tage vorher nichts mehr und hängt träge und prall an der Decke.

  2. Vorsicht: Während dieser Zeit darf kein Lebendfutter mehr im Terrarium sein (Fliegen stören, Grillen können fressen).

  3. Nach der Häutung: Die Mantis ist noch ganz weich. Bitte mindestens 48 Stunden lang nicht stören, nicht füttern und das Terrarium nicht bewegen, bis das Außenskelett komplett ausgehärtet ist.

Geschlechtsbestimmung (ab ca. L4/L5)

Wenn du wissen möchtest, ob du ein Männchen oder ein Weibchen hast, schaust du dir am besten die Unterseite des Hinterleibs (Abdomen) an:

  • Weibchen: Haben 6 Segmente auf der Unterseite. Sie werden kräftiger, haben kürzere Fühler und ihre Flügel ragen im adulten Stadium exakt bis zum Ende des Hinterleibs.

  • Männchen: Haben 8 Segmente. Sie bleiben schlanker, bekommen deutlich längere, dickere Fühler und ihre Flügel ragen leicht über das Hinterleibsende hinaus.