
Die Wandelnde Geige (Gongylus gongylodes)
Die Wandelnde Geige (Gongylus gongylodes) gehört zweifellos zu den spektakulärsten Gottesanbeterinnen überhaupt. Mit ihren extrem verlängerten Körpergliedern und den blattartigen Verbreiterungen sieht sie einer Violine verblüffend ähnlich. Sie stammt ursprünglich aus den trockenen und heißen Regionen Südasiens (Indien, Sri Lanka).
Obwohl sie optisch ein absolutes Highlight ist, gehört sie in der Haltung zu den anspruchsvolleren Arten. Das liegt vor allem an ihrem enormen Bedürfnis nach Wärme.
Hier ist dein kompakter und übersichtlicher Haltungsbericht:
1. Das Klima: Heiß und trocken
Das ist der wichtigste Punkt bei dieser Art. Gongylus gongylodes verzeiht keine Kälte und zu viel Feuchtigkeit führt schnell zu tödlichen Pilzerkrankungen.
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Temperatur tagsüber: 30 °C bis 35 °C (lokal unter dem Spotstrahler dürfen es auch bis zu 40 °C sein).
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Temperatur nachts: Nicht unter 22 °C fallen lassen (eine kleine Heizmatte oder ein Keramikstrahler für die Nacht ist oft notwendig).
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Luftfeuchtigkeit: Tagsüber trocken bei 30 % bis 40 %. Alle 2–3 Tage abends ganz leicht sprühen, damit die Tiere trinken können (die Feuchtigkeit muss bis zum Morgen komplett verdunstet sein).
2. Das Terrarium & Die Einrichtung
Da diese Art extrem dünne Beine hat und keine glatten Flächen (wie Glas oder glatten Kunststoff) hochklettern kann, muss das Terrarium speziell eingerichtet werden.
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Größe: Für ein einzelnes Weibchen mindestens 20 x 20 x 40 cm (Breite x Tiefe x Höhe). Da die Art für eine Mantide erstaunlich friedlich ist, ist ab L5 auch eine Gruppenhaltung möglich (z. B. 3–4 Tiere in einem 40 x 40 x 60 cm Terrarium) – vorausgesetzt, es ist immer genug Futter vorhanden.
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Belüftung: Sehr wichtig! Ein großer Teil des Deckels (besser noch eine zusätzliche Frontbelüftung) sollte aus Gaze bestehen, um Stickluft zu vermeiden.
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Wände & Decke: Kleide die Rück- und Seitenwände unbedingt mit Kork, Kokosfaserplatten oder Fliegengitter aus. Die Decke muss komplett mit Fliegengitter oder Gaze bespannt sein, da sich die Tiere dort für die Häutung aufhängen.
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Äste: Viele dünne, verzweigte Zweige im oberen Drittel des Terrariums anbieten.
3. Ernährung: Reine Fluginsekten-Jäger
Gongylus gongylodes hat hochentwickelte, aber relativ zierliche Fangbeine. Sie jagt ausschließlich in der Luft. Krabbelnde Insekten am Boden (wie Heimchen, Grillen oder Schaben) werden ignoriert und können für die Mantide während einer Häutung sogar gefährlich werden.
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Futter für Larven (L1–L4): Fruchtfliegen (Drosophila melanogaster und Drosophila hydei), später Goldfliegen.
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Futter für adulte Tiere: Schmeißfliegen, Wachsmotten und gelegentlich Wanderheuschrecken (wenn diese klettern).
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Fütterungsintervall: Adulte Tiere alle 2 Tage mit 2–3 Fliegen füttern. Die Weibchen sollten immer ein pralles, aber nicht prallvoll überdehntes Abdomen (Hinterleib) haben.
4. Lebenserwartung & Wachstum
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Größe: Weibchen werden ca. 9–10 cm groß, Männchen bleiben mit 7–8 cm etwas kleiner und schlanker.
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Lebenserwartung:
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Männchen: ca. 2–3 Monate nach der Adulthäutung.
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Weibchen: ca. 6–8 Monate nach der Adulthäutung (insgesamt ca. ein Jahr Lebenszeit).
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Wichtiger Hinweis zur Häutung: Während der Häutungsphasen darf das Terrarium nicht zu trocken sein (beim Sprühen am Abend vor der Häutung die Gaze leicht anfeuchten), da das Tier sonst in der alten Haut stecken bleibt. Da sie sich kopfüber aufhängen, muss nach unten hin immer mindestens die doppelte Körperlänge Platz sein!