Die Rhombodera kirbyi

auch bekannt als Papua-Schildmantis

Die Rhombodera kirbyi, auch bekannt als Papua-Schildmantis, ist eine beeindruckende, robuste und verhältnismäßig große Gottesanbeterin. Durch ihr markantes, schildartig verbreitertes Pronotum (Halsschild) und ihr aggressives Jagdverhalten ist sie ein absolutes Highlight im Terrarium. Da sie recht tolerant gegenüber kleineren Haltungsfehlern ist, eignet sie sich bei sorgfältiger Vorbereitung auch gut für ambitionierte Einsteiger.

Hier ist dein kompakter und übersichtlicher Haltungsbericht:

 

 

Allgemeine Infos & Steckbrief

  • Herkunft: Papua-Neuguinea

  • Größe: Weibchen werden ca. 8–9 cm groß, Männchen bleiben mit ca. 7–8 cm etwas kleiner und schlanker.

  • Lebenserwartung: Weibchen leben nach der Adulthäutung noch etwa ein Jahr; Männchen sterben meist nach wenigen Monaten.

  • Verhalten: Äußerst wehrhaft, extrem gefräßig und sehr aktiv beim Jagen. Sie droht bei Störung schnell mit aufgestellten Fangbeinen.

Das Terrarium: Maße & Einrichtung

Aufgrund ihrer Endgröße und ihrer Aktivität benötigt die Papua-Schildmantis ausreichend Platz.

  • Mindestmaß: 30 x 30 x 40 cm (B x T x H) für ein adultes Tier. Größer schadet nie, da sie sich gerne bewegt.

  • Belüftung: Wichtig! Wie fast alle Mantiden benötigt auch Rhombodera kirbyi eine gute Durchlüftung, um Staunässe zu vermeiden. Ideal ist eine Doppellüftung (vorne und oben). Die Decke des Terrariums sollte komplett mit Fliegengitter (Gaze) bespannt sein, da Mantiden sich bevorzugt dort aufhängen, um sich zu häuten.

  • Einrichtung: Viele Klettermöglichkeiten in Form von Ästen, Zweigen und Korkwänden. Eine echte oder künstliche Bepflanzung (z. B. Efeu-Tute) hilft, die Luftfeuchtigkeit zu halten.

  • Bodengrund: Eine Schicht aus Kokoshumus, Erde oder ein Erde-Sand-Gemisch, das Feuchtigkeit gut speichert.

Klima: Temperatur & Luftfeuchtigkeit

Rhombodera kirbyi mag es warm, verträgt aber keine stickige Luft. Ein Thermo- und Hygrometer im Terrarium ist Pflicht.

ParameterOptimaler WertDetailsTemperatur tagsüber26°C – 30°CErreichbar durch einen kleinen Wärmespott (z.B. Halogen- oder LED-Spot von außen).Temperatur nachts20°C – 22°CZimmertemperatur reicht völlig aus.Luftfeuchtigkeit60% – 70%Abends leicht sprühen. Die Schildmantis trinkt auch gerne von den Wassertropfen auf den Blättern.

Fütterung: Was kommt auf den Teller?

Diese Art ist nicht wählerisch und attackiert fast alles, was sich bewegt – selbst Beute, die fast so groß ist wie sie selbst.

  • L1 bis L3 (Nymphen): Fruchtfliegen (Drosophila melanogaster und Drosophila hydei).

  • Ab L4 / Mittlere Stadien: Goldfliegen, Schmeißfliegen, kleine Grillen oder Heuschrecken.

  • Adult: Große Schmeißfliegen, Wanderheuschrecken, Steppengrillen und Schaben (z. B. Dubia).

Wichtig bei Futterinsekten: Verfüttere Heimchen und Grillen nur aus sicherer Quelle und nimm nicht gefressene Tiere zügig aus dem Terrarium. Wenn sich die Mantis häutet, können Grillen sie verletzen oder im schlimmsten Fall töten.

Wichtige Besonderheiten & Gruppenhaltung

Absolute Einzelhaltung!

Rhombodera kirbyi besitzt einen extremen Kannibalismus-Trieb. Eine Gruppenhaltung ist ab dem Stadium L2/L3 absolut unmöglich. Die Tiere müssen strikt getrennt gehalten werden.

Bei der Häutung solltest du darauf achten, dass das Tier mindestens die doppelte eigene Körperlänge Platz nach unten hat, um sich fehlerfrei aus der alten Haut zu ziehen. Während des Häutungsvorgangs und etwa 24–48 Stunden danach darf die Mantis nicht gefüttert oder gestört werden, da ihr Chitinpanzer erst aushärten muss.