
Heterochaeta Orientalis
Heterochaeta orientalis – auch bekannt als Riesen-Astmantis – ist eine der faszinierendsten und imposantesten Gottesanbeterinnen in der Terraristik. Mit ihrer extremen Tarnung sieht sie aus wie ein vertrockneter Ast und beeindruckt vor allem durch ihre enorme Körpergröße und die charakteristischen "Hörner" auf den Augen.
Hier ist dein kompakter und übersichtlicher Haltungsbericht, damit bei der Pflege dieser afrikanischen Riesen alles glattläuft.
Steckbrief
ParameterDetailsHerkunftOst- und Südafrika (Steppen- und Savannengebiete)GrößeWeibchen bis zu 15 cm, Männchen ca. 12 cmLebenserwartungWeibchen ca. 11–12 Monate, Männchen ca. 7–8 Monate (Gesamtalter)AktivitätTagaktiv, LauerjägerAggressivitätRelativ friedlich untereinander (Gefahr von Kannibalismus v.a. bei Futtermangel)
Terrarium: Größe und Einrichtung
Da Heterochaeta orientalis zu den größten Mantiden überhaupt gehört, benötigen die Tiere entsprechend Platz. Das absolute Mindestmaß für ein einzelnes, adultes Weibchen beträgt 30 x 30 x 50 cm (Breite x Tiefe x Höhe) – mehr Höhe ist immer besser, da Mantiden sich zum Häuten kopfüber aufhängen.
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Belüftung: Extrem wichtig! Mantiden vertragen absolut keine Staunässe. Das Terrarium sollte über eine großzügige Doppelbelüftung (vorne und oben) verfügen, idealerweise aus feiner Gaze.
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Decke: Die Decke des Terrariums sollte zwingend mit Fliegengitter oder Gaze bespannt sein. Hier halten sich die Tiere die meiste Zeit auf und benötigen sicheren Halt für die Häutung.
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Einrichtung: Viele dünne und dickere Äste, die kreuz und quer durch das Terrarium verlaufen. Auf echte Pflanzen kann verzichtet werden, da die Tiere trockene Steppenlandschaften bevorzugen. Künstliches Geäst oder getrocknete Zweige reichen völlig aus.
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Bodengrund: Eine dünne Schicht Sand, Kokoshumus oder ein Erde-Sand-Gemisch reicht aus, um die Feuchtigkeit nach dem Sprühen kurz zu speichern.
Klima: Temperatur & Luftfeuchtigkeit
Diese Art stammt aus heißen, eher trockenen Regionen Afrikas. Ein "Wohlfühlklima" erreichst du mit folgenden Werten:
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Tagsüber: 28 °C bis 34 °C (lokal an einem Sonnenplatz darf es auch etwas wärmer sein). Am besten erreichst du das mit einem Halogenspot von oben.
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Nachts: Absenkung auf Zimmertemperatur (ca. 20 °C bis 22 °C) ist völlig in Ordnung und simuliert die kühlen Nächte der Savanne.
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Luftfeuchtigkeit: Tagsüber trocken bei ca. 40–50 %. Alle 2–3 Tage sollte abends leicht gesprüht werden, sodass die Feuchtigkeit nachts auf ca. 60–70 % steigt. Die Tiere trinken die Wassertropfen von den Ästen. Wichtig: Bis zum nächsten Morgen muss das Terrarium wieder abgetrocknet sein!
Ernährung: Was kommt auf den Speiseplan?
Heterochaeta orientalis ist auf fliegende Insekten spezialisiert. Krabbelnde Nahrung (wie Schaben oder Heimchen) wird vom Boden oft gar nicht wahrgenommen oder ignoriert, da die Mantis fast ausschließlich hoch oben im Geäst lauert.
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Futtertiere: Fliegen (Goldfliegen, Schmeißfliegen), Wachsmotten, Heuschrecken (wenn sie klettern) und Falter.
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Fütterungsintervall: Adulte Tiere alle 2–3 Tage füttern. Der Ernährungszustand lässt sich leicht am Hinterleib (Abdomen) ablesen: Ist er flach, hat das Tier Hunger; ist er prall und dick, sollte eine Futterpause eingelegt werden.
Aufzucht und Gruppenhaltung
Ein großer Pluspunkt dieser Art: Sie gilt als vergleichsweise innerartlich tolerant. Eine Gruppenhaltung ist bei genügend Platz, identischer Größe der Tiere und einem permanenten Überschuss an Futtertieren (viele Fliegen im Terrarium) bis zum subadulten Stadium oft möglich.
Wichtiger Hinweis: Eine Garantie gibt es bei räuberischen Insekten nie. Spätestens nach der Adulthäutung sollten die Weibchen einzeln gesetzt werden, da die Männchen sonst schnell als Snack enden.
Für die erfolgreiche Häutung muss der Abstand zum Boden oder zum nächsten Ast mindestens das Zweifache der Körperlänge des Tieres betragen, da es sich sonst bei der Häutung den Abdomen oder die Fangbeine verletzt.