Die Kleine Teufelsblume (Blepharopsis mendica), auch Distelmantis genannt, gehört zweifellos zu den spektakulärsten Gottesanbeterinnen in der Terraristik. Mit ihrer weiß-grünen Marmorierung und den markanten, gezackten Fortsätzen tarnt sie sich in ihrer Heimat perfekt als vertrocknetes Pflanzenteil oder Blüte.

 

 

Da sie aus sehr trockenen und heißen Regionen (u.a. Nordafrika, Kanarische Inseln, Naher Osten) stammt, unterscheidet sich ihre Haltung grundlegend von tropischen Arten. Hier ist dein kompakter Leitfaden, damit sich die kleine „Mantis“ bei dir wohlfühlt.

Das ideale Terrarium

Blepharopsis mendica ist eine reine Lauerjägerin. Sie bewegt sich recht wenig und wartet geduldig, bis Nahrung vorbeifliegt.

  • Größe: Für ein einzelnes, ausgewachsenes Tier reicht ein Terrarium mit den Maßen 20 x 20 x 30 cm (Breite x Tiefe x Höhe) völlig aus. Größer schadet nicht, allerdings verliert sich das Futter dann leichter.

  • Wichtig – Die Belüftung: Diese Art reagiert extrem empfindlich auf Stickluft und Staunässe. Das Terrarium muss über eine großzügige Doppellüftung (vorne und oben) verfügen – idealerweise komplett aus feiner Gaze/Fliegengitter an der Decke.

  • Einrichtung: Statte das Terrarium mit vielen dünnen, verzweigten Ästen (z. B. Korkenzieherhasel oder trockene Distelzweige) aus. Die Tiere benötigen raue Oberflächen, an denen sie sich kopfüber für die Häutung aufhängen können.

Klima: Hitze ist Pflicht

Hier liegt der häufigste Fehler bei der Haltung. Die Kleine Teufelsblume braucht es wüstenartig heiß.

ParameterTagwertNachtwertTemperatur30°C bis 38°C (lokal am Spot auch bis 40°C)Absenkung auf Zimmertemperatur (ca. 20°C)Luftfeuchtigkeit30% bis 40% (sehr trocken)Leicht erhöhte Luftfeuchte durch Abkühlung

Technik-Tipp: Diese Temperaturen erreichst du am besten mit einem kleinen Halogenspot-Strahler, der von oben in das Terrarium scheint. Achte darauf, dass die Mantis den Strahler nicht direkt berühren kann (Verbrennungsgefahr!).

Sprühen: Es reicht völlig aus, alle 1 bis 2 Wochen eine Ecke des Terrariums ganz leicht zu vernebeln. Die Tiere nehmen die Feuchtigkeit über die Tropfen auf. Wenn die Flügel nach der Adulthäutung (der letzten Häutung zum erwachsenen Tier) leicht verbogen sind, lag es meist an zu trockener Luft während exakt diesem Moment – ansonsten ist Trockenheit ihr Freund.

Fütterung: Nur Fliegendes auf den Tisch

Blepharopsis mendica besitzt relativ zierliche Fangbeine, die speziell auf Fluginsekten ausgelegt sind. Krabbelnde Insekten wie Heimchen, Grillen oder Schaben werden am Boden oft ignoriert und können für eine sich häutende Mantis sogar gefährlich werden.

    • Jungtiere (L1 bis L3): Kleine Fruchtfliegen (Drosophila melanogaster), später große Fruchtfliegen (Drosophila hydei).

    • Mittlere Stadien: Goldfliegen (aus Pinkymaden gezüchtet).

    • Erwachsene Tiere: Schmeißfliegen (aus Fleischmaden gezüchtet), Wachsmotten oder kleine Heuschrecken (wenn sie ins Geäst klettern).

 

Sozialverhalten und Zucht

  • Gruppenhaltung: Ist bei dieser Art nicht zu empfehlen. Zwar ist die Aggressivität untereinander etwas geringer als bei anderen Arten, sobald der Platz oder das Futterangebot aber nicht perfekt angepasst sind, kommt es unweigerlich zu Kannibalismus. Halte sie lieber einzeln.

  • Lebenserwartung: Die Männchen leben nach der Elfenbeinhäutung (Adulthäutung) meist noch etwa 2 bis 3 Monate, Weibchen können bis zu 6 Monate oder älter werden.

Wenn du die Temperaturen hoch hältst und für eine exzellente Belüftung sorgst, hast du mit der Kleinen Teufelsblume einen absolut faszinierenden, bizarren Pflegling auf dem Schreibtisch oder im Terrarienzimmer!